Vereinsgeschichte

Eskorte des Bischofs, dieses Foto entstand allerdings im Jahre 1976
Eskorte des Bischofs, dieses Foto entstand allerdings im Jahre 1976

Die Idee, einen Reitverein zu gründen, wurde am 1.Mai 1952 geboren. An diesem Tag wurde die Marienkirche eingeweiht und zu diesem Anlass sollte der Bischof von einer Pferde-Eskorte empfangen werden. Alle Jungen,die ein Pferd zur Verfügung hatten, sollten daran teilnehmen. Dieses Ereignis brachte Einige auf den Gedanken, einen Verein mit dem Ziel zu gründen, Reiten künftig als Sport zu betreiben.

 

So verabredeten sich die Reitbegeisterten auf der nächsten Versammlung des Schützenvereins Altenrheine zur ersten Reitstunde, zu der sich 14 Reiter mit Pferden einfanden. Interessant ist, dass die Pferde tagsüber zur Arbeit herangezogen wurden und am Wochenende den Reitern als Turnierpferde dienten.

 

Die eigentliche Gründungsversammlung des Reitvereins fand am 14. Juni 1952 statt. Die ersten Vorstandsmitglieder waren Karl Mölller (1. Vorsitzender), Ewald Beckmann (Schriftführer), Berthold Rielmann(Kassierer) und Karl Wiesch(Beisitzer).

 

Die Reiter beim früher üblichen Umzug durch Altenrheine, zu einem internen Turnier auf einem Acker hinter der Schleuse
Die Reiter beim früher üblichen Umzug durch Altenrheine, zu einem internen Turnier auf einem Acker hinter der Schleuse

Der erste Reitplatz lag auf einem Acker des Bauern August Göcking im Altenrheiner Brook, wo als erster Reitlehrer Franz Heeke unterrichtete. 1956 ritten erstmals junge Mitglieder des Vereins zu einem Reitertag nach Spelle. Das erfreuliche Ergebniss waren zweite und dritte Plätze. Diese Platzierungen spornten die Mitglieder derart an, dass sie bereits ein Jahr später den Mut hatten, das erste eigene Reitturnier auszurichten.

 

1958 wurde Herr Brügging Reitlehrer und sorgte für eine geregelte und systematische Ausbildung für Pferd und Reiter, was zur Folge hatte, dass auch die Jugend mehr und mehr angezogen und begeistert wurde. Mit dem erfreulichen Wachstum kamen aber auch die ersten Probleme: Wohin bei kaltem und nassem Wetter? Als Notlösung wurde die Nutzung des Reitvereins Rheine und die Scheune des Bauern Hermes am Kanal ermöglicht. Aber auch diese Zwischenlösung stand dem Verein nur einen Winter lang offen. -Eine eigene Reithalle musste her!-

 

Die Mitglieder des Vereins spendeten anlässlich eines Wildessens im Jahre 1965 spontan einen Betrag von 7000,- DM als Grundstock für den Hallenbau. Im Winter 1965/1966 war es dann soweit: Die erste Reitstunde konnte in der zwar überdachten, aber rundum noch nicht vermauerten Reithalle abgehalten werden.

 

Jetzt hatten wir eine eigene Reithalle, aber uns fehlte qualifizierter Reitunterricht mit eigenem Reitlehrer. Im Jahre 1963 fuhr unser damaliger Bundeskanzler Adenauer nach Paris, um mit Gaulle den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag zu unterzeichnen, gleichzeitig machte sich eine Delegation Altenrheiner Vereinsmitglieder auf den Weg nach Rheine, um dort einen jungen Reitlehrer namens Edi Overesch unter die Lupe zu nehmen. Alsbald wurde der Vertrag zur Ausbildung von Ross und Reiter unterzeichnet. Jedoch war Edi Overesch noch nicht voll und ganz in Altenrheine integriert. Grund hierfür war sein Zögern, den privaten Schulbetrieb nach hierher zu verlegen, hatte er doch Bedenken, dass Reitschüler aus verkehrstechnischen Gründen den Weg nach Altenrheine nicht finden könnten. Aber auch das war für engagierte Vereinsmitglieder kein Hindernis. Unser leider viel zu früh verstorbener Heinz Mersch sagte damals:"Dann richte ich eben eine Buslinie nach Altenrheine ein!"

Diese Buslinie gibt es heute noch, ebenso wie unseren ehemaligen  Reitlehrer Edi Overesch. Er selber kam damals zu den Reitstunden mit dem Fahrrad, merkte aber bald, dass er den Altenrheinern doch einiges Wert war. Er wurde mit dem Auto abgeholt und auch wieder sicher zur Wohnung in der Stadt zurück gebracht! Die Familie Overesch wurde 1980 mit dem Bau von Haus und Geschäft an der Bergstrasse endgütig in Altenrheine sesshaft. Nicht nur als Reitlehrer, auch als Organisator unserer Reitturniere haben wir Edi Overesch schätzen gelernt.

Nicht zu vergessen ist Inge Overesch, die jahrelang die Meldestelle und die damit verbundenen Tätigkeiten vorbildlich leitete.- Danke Inge!

Fuchsjagd mit Fuchsmajor Overesch
Fuchsjagd mit Fuchsmajor Overesch

Ab 1966 wurde zusätzlich zum 1. Mai-Turnier, im September ein Pony-Tunier ausgerichtet. Reiten unter der fachkundigen Leitung des Reitlehrers Overesch brachte den aktiven Reitern große Erfolge. Diese Erfolge bewirkten auch ein starkes Anwachsen der Anzahl der Pferde, der Aktiven und der Mitglieder. Bei manchen Turnieren starteten für den Verein bis zu 40 Pferde, auf unseren Fuchsjagden über 50 Pferde und Ponys.

 

Der ZRuFV hat nicht nur erfolgreiche Reiter, sondern auch erfolgreiche Züchter:

 

In früheren Jahren waren es die Züchter J. Auge, B. Drees, A. Göcking, J. Kösters, F. Reckers, Cl. Wiesch und J. Wittmann, die den Reitverein mit der Nachzucht von den altbekannten Vererbern wie Abessinier, Dompfaff, Dolorit, Dorn, Paradox usw. versorgten. Es wurden überwiegend Hengste von den nächstgelegenen Deckstationen wie Neuenkirchen, Recke und Riesenbeck für die Stuten ausgewählt.

"Amurette" von Anmarsch/Massud mit Fohlen von Artwig, Züchter u. Besitzer J. Kösters
"Amurette" von Anmarsch/Massud mit Fohlen von Artwig, Züchter u. Besitzer J. Kösters

In heutiger Zeit züchten nach wie vor B. Behne, B. Drees und J. Kösters. Durch die künstliche Besamung hat der Züchter die Möglichkeit, je nach Zuchtfortschritt und Züchterinteressen, aus einem großen Angebot von Deckhengsten die optimale Paarung auszuwählen. Somit stehen in ihren Ställen Fohlen und Nachwuchspferde von Argentinus, Champion de Lys, Ehrentusch, Ferragamo, Florestan, Laurentianer usw. Diese Nachzucht erweist sich schon jetzt als sehr talentiert und erfolgreich im Turniersport für Dressur als auch Springen und lässt für die Zukunft Großes erwarten.